Activities, Gastfamilie

Stockholm

Dieses Schiff sollte für die nächsten zwei Nächte das Zuhause meiner Gastmutter, meiner jüngsten Gastschwester und mir werden. Es ist eines der zwei Schiffe der Firma TALLINK, die jeden Abend entweder von Helsinki oder Stockholm ablegen. Unseres fuhr unter dem Namen „Silja Symphony“. Beide diese Schiffe sind mit je einem Eisbrecher ausgestattet, damit sie auch im Winter ohne Hilfe problemlos zwischen den Häfen verkehren können.
Beim Einsteigen kamen schon di ersten Probleme auf. Ich hatte keine Einwilligung meiner Eltern, dass ich mit meiner Gastfamilie verreisen darf. In allen vorherigen Jahren, in denen meine Gastfamilie mit ihren Austauschschülern diese Kreuzfahrt machte, hatten sie den Zettel, doch niemand wollte ihn sehen. Deshalb dachten wir diesmal, dass es den Aufwand nicht Wert sei. Falsch gedacht, natürlich fragte uns jemand danach. Etwa 13 vergebliche Anrufversuche später gab die Frau am Schalter schliesslich auf und liess uns gehen. Puh nochmal Glück gehabt. Hoffentlich komme ich dann auch wieder zurück nach Finnland…

Wir blickten zurück auf Helsinki, winkten den Touristen auf Suomenlinna und schon waren wir auf offener See.

Zur Feier des Abends bestellten wir einen Drink in der Starlight Bar, die sich ganz vorne im Schiff befindet. Für meine Gastmutter gab es Weisswein und für uns zwei ein fast unerträglich süsses Apfelgetränk, das nach dem Maskottchen „Harry the Seal“ benannt war.
Per Zufall startete in diesem Moment das „Quiz around the world“, wo wir natürlich sofort mitmachen mussten.

Wer hätte es gedacht, mit unserem breiten Allgemeinwissen wurden wir prompt zweite (Team 4). Ich muss zugeben bei ein paar wenigen Fragen wurde auch unser Spielglück auf die Probe gestellt, doch es hat uns nie im Stich gelassen. Als Preis gewannen wir eine Silja Line Wasserflasche, Spielkarten mit Schiffsaufdruck und Süssigkeiten, die wir sofort wegputzten.

Danach ging es ans Erkunden der Main Street, wo sich die meisten Läden und Restaurants befinden. Dann ging es eine Etage tiefer in den Taxfree Superstore. Das ist vergleichbar mit einem normalen Supermarkt, nur dass alles ein klein wenig günstiger ist, weil keine Mehrwertsteuer bezahlt werden muss. Wir gingen auch noch einmal kurz an Deck, um den Sonnenuntergang zu bewundern.


Und dann ging es endlich um punkt halb acht hinüber zum Grande Buffet. Mit dem Grande wird nicht übertrieben, das Buffet ist riiiesig! Es gibt kalte Speisen von Salat über Käse bis Kaviar und allerlei Fisch, dann gibt es einen Teil mit warmen Gerichten wie Kartoffelstock, Chilli sin Carne und als Delikatesse Rentierfleisch in allen Formen. Im Kinderabteil gab es natürlich auch Pommes, Pasta, Fischstäbchen und was halt so jeder gern hat. Das Beste am Ganzen war allerdings das Dessertabteil. Schon von Weitem erkannte ich den Schoggibrunnen und die frisch aufgeschnittenen Ananas und Wassermelonen hätten einen glauben lassen können, man sei in auf den Malediven. Auch Marshmallows fehlten nicht und nebendran quillte das Gefäss fast über vor den Fazer Schöggeli. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich zwei Wochen vorher angefangen zu fasten. An einem anderen Tisch war alles voller Küchlein und Puddings und das Schoggimousse war das schoggigste, das ich je gegessen habe. Zum Schluss hob ich mir das Eis auf, denn Eis geht ja bekanntlich immer. Leider stimmt das für mich offenbar nicht ganz, denn nach zwei Löffel Schokoladeneis musste ich schliesslich aufgeben.

(Bild aus dem Internet)

Nach diesem Festschmaus bewegten wir uns schliesslich wieder zwei Etagen hoch, den schier unendlich langen Flur entlang, bis wir vor unserer Kabinentür mit der Nummer 8617 standen. Es war schon ziemlich spät, da wir die letzte Schicht beim Grande Buffet waren und so beobachteten wir nur noch eine kurze Zeit Leute, die unter unserem Fenster die Main Street entlangschlenderten, bis wir wenig später müde in unsere Betten stiegen.

Der nächste Morgen war da und auf dem Weg zum Frühstück konnten wir aus dem Fenster schon die ersten Inseln Schwedens erkennen. Das Meer war sogar noch ruhiger als am Vortag, sodass sich der Himmel darin spiegelte. Nach einem Frühstück, das ebenso füllend war wie das Abendessen am Tag zuvor, machten wir uns fertig für den Tag. Da das Schiff in einem Hafen etwas ausserhalb von Stockholm anlegte, buchten wir Plätze in einem der Busse, die die Touristen in die Innenstadt brachten. Natürlich nahmen wir den ersten Bus, der um viertel nach zehn abfuhr. Dann ging das Sightseeing los.

Das erste was wir sahen, war ein uraltes Tram. Man könnte fast meinen man sein in Zürich XD

Dann waren wir in der Altstadt. Meine Gastschwester wusste genau in welche Läden wir gehen mussten und wo es die besten Churros gab. Die Häuser strahlten in allen Farben und die engen Gässli waren voller Touristen.

Dann kamen wir zur ersten Kirche. Wer hätte das gedacht, es war eine deutsche Kirche. Es wurden gerade Eier versteckt für die Kinder der Kirche und überall hörte ich Leute Deutsch sprechen. Ich fand das recht ungewöhnlich, aber auch schön mal wieder Deutsch ausserhalb vom Deutschunterricht zu hören.

Dann ging es weiter ans Erkunden. All die schönen Häuser und Gässchen, rein in ein Lädeli, weiter zum nächsten.

Dann fingen unsere Mägen langsam zu knurren an. Wir suchten das nächste Café, das Churros anbot und setzten uns hinein.

Meine Gastschwester bestellte ihre Churros, meine Gastmutter griff zum traditionellen Schwedischen Brötchen und ich entschied mich für einen Oreo-Cheesecake. Es war sehr lecker!

Danach ging es weiter zum Herzen Stockholms. Zum Palast. Wir kamen gerade rechtzeitig zum Wechsel der Garde, was wegen Ostern auch noch ein Konzert des Militärorchesters beinhaltete. Wir stellten uns in die erste Reihe und hatten beste Sicht während dem ganzen Spektakel. Nach über einer Stunde fingen allerdings unsere Füsse an weh zu tun und wir entschieden uns dazu, weiterzugehen. Die Wachen waren ausgetauscht und nur noch das Orchester stand auf dem Platz und spielte. Wir konnten die Musik noch einige Zeit hören, als wir die restliche Altstadt erkundeten.

Als nächstes ging es zur Kirche nahe dem Palast, wo die königlichen Taufen und Hochzeiten stattfinden. Von aussen wird sie gerade renoviert, da gibt es also nicht so viel zu sehen, doch von innen ist der Anblick deshalb nur noch beeindruckender.

Dann mussten wir uns auch schon wieder Richtung Bus bewegen, der uns zurück zum Schiff bringen sollte. Auf der Brücke über dem Fluss hatten wir noch einmal einen schönen Blick auf die wichtigsten Gebäude. Links der Palast und rechts das Rathaus. Leider sind nur die Silhouetten zu sehen, da die Sonne mit voller Aprilkraft auf uns herabschien. Perfektes Wetter, nur nicht für dieses Foto XD

Diesen Mann fand ich lustig. Er zeigt nach Osten und es scheint, als ob er allen finnischen Touristen den Weg zurück in ihr Land zeigt.

Diese Allee würde später im Jahr voller Kirschblüten sein, doch zu dieser Zeit lag der Winter noch nicht weit genug zurück

Und dann ging es mit dem Bus zurück zu unserem Schiff, wo ein weiteres Mal das Buffet auf uns wartete. Mit einem bombastischen Sonnenuntergang verabschiedeten wir uns von Schweden. Diesmal war es wieder so, dass niemand auch nur so aussah, als würde er nach so einem Zettel fragen. Also war das am Anfang wohl unsere einzige kleine Hürde gewesen 🙂

UFO’s habe ich auf diesem Bild auch noch eingefangen XD (Die Lampen, die sich in der Scheibe spiegeln)

Die Fahrt aus dem Hafen von Stockholm ist sehr anders als die Fahrt aus Helsinki. Bei der Hinfahrt waren wir nach mehr oder weniger 15 Minuten auf offener See, doch nun konnten wir bis in die Nacht Inseln sehen, die noch immer zu Schweden gehören. Da kann man sich gut vorstellen, wozu der Eisbrecher im Winter gebraucht wird. Es war ein erlebnisreicher Ausflug mit vielen neuen Eindrücken. Stockholm ist zu empfehlen!

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